Radeln nach Zahlen

Radknotenpunktsystem macht Radeln im Naturpark Moor-Veenland komfortabler 

40 – 34 – 56 – 58 – 42 … was aussieht wie die Lottozahlenreihe, macht im Naturpark Moor-Veenland in der deutsch-niederländischen Grenzregion durchaus Sinn: Mit dem Radknotenpunktsystem können Urlauber ihre Tour anhand von Zahlen leicht und schnell zu den schönsten Sehenswürdigkeiten und Orten sowie Einkehrmöglichkeiten planen. Das Prinzip ist einfach: Wo mindestens zwei Radrouten aufeinandertreffen, ist ein mit einer Zahl versehener Knotenpunkt. Radler stellen einfach die Nummern ihrer gewünschten Route zusammen – und fahren diese auf den gut ausgeschilderten Wegen bequem ab. Losradeln ist an jedem Punkt der Route möglich.

   
D + NL = grenzenloser Radelspaß

Rechtzeitig zur Radsaison 2018 wird dieses sogenannte Fietsknotenpunktsystem auch im deutschen Teil des grenzüberschreitenden Naturparks Moor-Veenland eingeführt, nachdem es sich auf niederländischer Seite bewährt hat. Jetzt stehen Radurlaubern mehr als 1.000 Kilometer Radwege mit insgesamt 150 Knotenpunkten beidseits der Grenze kreuz und quer durch das Moor und somit auch im Gemeindegebiet Geeste zur Verfügung. Eine kostenlose, großformatige Radkarte mit den Entfernungen zwischen den Knotenpunkten ist an den acht Moorpforten des Naturparks Moor-Veenland und in der Touristinformation der Gemeinde Geeste voraussichtlich ab Juni erhältlich.  

 
Wollgras und Wachstum im Moor 

Im April radeln die Gäste durch eine weißgefärbte Landschaft, denn dann verwandelt das Wollgras mit seinen zahlreichen Fruchtständen aus Wollschöpfen das Moor in ein Meer aus weißer Watte. Ein Zeichen dafür, dass hier das Moor nach langen Jahren der Abtorfung wieder zurückkehrt. Von der Wiedervernässung bis zur Renaturierung ist es zwar noch ein langer Weg, dennoch kehren die moortypischen Pflanzen und Tiere zurück und bieten dem Besucher eindrucksvolle Naturerlebnisse. Die weiten, ebenen Moorlandschaften im deutsch-niederländischen Naturpark Moor haben ihren ganz eigenen Charme und sind wichtig für den Arten- und Klimaschutz. Inmitten dieser Flächen erspähen Radler zuweilen die tierischen Naturschützer: Ziegen- und Schafherden weiden in den Wiedervernässungsflächen, um das Gelände baumfrei zu halten. Dies ist wichtig, da viele Brut- und Zugvögel einen offenen Lebensraum mit flachen Moorseen benötigen. Die Renaturierung ist dann erfolgreich, wenn eine geschlossene Torfmoosdecke Hochmoorwachstum generiert, also Torf gebildet wird. Ein intaktes Moor wächst circa einen Millimeter jährlich; im Bourtanger Moor sind nach der letzten Eiszeit so Hochmoortorfe von sechs bis acht Meter Höhe entstanden.

    

Ein echter Heide- und Moorbewohner

Hier, im norddeutschen Tiefland, das von Heide und Moor geprägt ist, ist die Kreuzotter zu Hause. Die einzigen Giftschlangen Deutschlands greifen allerdings nur an, wenn sie sich stark bedroht fühlen, sprich gehalten oder gequetscht werden. Ihr Gift reicht zudem in der Regel nicht aus, um für einen Erwachsenen tödlich zu sein. Die Kreuzotter hat von allen Vipern das größte und zugleich das nördlichste Verbreitungsgebiet und kommt sogar noch nördlich des Polarkreises vor. Im September kann man unter anderem auf den Sandwegen des Naturparks junge Kreuzottern beim Sonnenbaden liegen sehen.

  
Wer den Naturpark genauer kennenlernen möchte: Naturführer bieten rund ums Jahr Führungen durch das Moor an, die unter www.naturpark-moor.de vorgestellt werden. Auch bei der Planung von individuellen Touren hilft die Geschäftsstelle des Naturparks telefonisch unter 05931 442277 gerne weiter.

 

 

(Fotos v.o.n.u.: Emsland Touristik)