75 Jahre Kriegsende

Gedenkveranstaltung am 05. April auf der Kriegsgräberstätte Dalum

In diesem Jahr jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa zum 75. Mal. Dies ist Anlass für eine Gedenkveranstaltung am Sonntag, dem 5. April, um 17 Uhr auf der Kriegsgräberstätte in Dalum (Rull). Hierzu ist die gesamte Gemeinde eingeladen. 

 

„Anfang April 1945 erreichten britische, kanadische und polnische Einheiten die örtlichen Lager und befreiten die verbliebenen Kriegsgefangenen“ berichtet Bürgermeister Helmut Höke und erklärt mit diesem Ereignis auch, warum die Gedenkfeier in der Gemeinde Geeste bereits am 5. April stattfindet und nicht am Datum des offiziellen Kriegsendes, dem 8. Mai. Impulsgeber für die Ausrichtung einer Gedenkfeier war unter anderem Reinhard Wenzel, der bereits vor einigen Jahren die Aufarbeitung der Jahre 1933 bis 1945 in der Gemeinde Geeste anregte. Daraus resultierte die Informationsbroschüre „Eine Dokumentation zu den historischen Spuren der Lager Groß Hesepe und Dalum sowie des Lagerfriedhofes (Kriegsgräberstätte Dalum)“ von Martin Koers, Archivar der Gemeinde Geeste. Die Broschüre liegt im Rathaus der Ge-meinde Geeste zur Mitnahme aus. Erstellt wurde in diesem Zusammenhang eine dazugehörige Wanderausstellung, bestehend aus zehn RollUps, die auch während der Gedenkveranstaltung gezeigt wird.

 

Neben der offiziellen Begrüßung und einer gemeinsamen Friedensandacht von Pfarrer Jürgen Altmeppen und Pastor Thorsten Jacobs werden zwei Kurzvorträge gehalten. Zur Situation in den Kriegsgefangenenlagern vor der Befreiung berichtet Martin Koers, zum Kriegsverlauf in der Region informiert Dr. Ludwig Remling. Die Veranstaltung ist frei zugänglich.

 

Zwischen 1933 und 1945 gab es im Emsland und der Grafschaft Bentheim 15 Gefangenenlager. Dazu zählten auch die Kriegsgefangenenlager des Oberkommandos der Wehrmacht XI Groß Hesepe und XII Dalum. Bis zum Kriegsende mussten die Häftlinge schwere Zwangsarbeit leisten. In den Emslandlagern litten insgesamt bis zu 10.000 KZ-Häftlinge und bis zu 70.000 Strafgefangene, während des Krieges zusätzlich weit mehr als 100.000 Kriegsgefangene. Mehr als 20.000 Menschen, die meisten von ihnen sowjetische Kriegsgefangene, verhungerten, starben an Erschöpfung und Krankheiten, als Folge körperlicher Misshandlungen oder wurden „auf der Flucht“ erschossen.

 

Die in den Emslandlagern umgekommenen KZ-Häftlinge, Straf- und Kriegsgefangenen wurden in der Regel auf hierzu eingerichteten Lagerfriedhöfen bestattet, wie zum Beispiel die Kriegsgräberstätte in Dalum, Rull. Angesichts dieser Zahlen hat sich ein Projekt um den Gemeindearchivar Martin Koers entwickelt. Ehrenamtliche tragen zu möglichst vielen Kriegsgefangenen detaillierte Angaben zu Biografien, Gefangenschaft und zur letzten Ruhestätte zusammen.

 

 

(Fotos v.o.n.u.: k.A.)