Biografien sowjetischer Gefangener aus dem Lager Dalum

 

Seit einiger Zeit werden in einem Projekt der Gemeinde Geeste in Kooperation mit der Gedenkstätte Esterwegen Biografien sowjetischer Gefangener aufgearbeitet. In einer kleinen Serie werden nun erste Ergebnisse des Projektes vorgestellt. Den Anfang macht die Biografie von Piotr Bojko.

 

Piotr Bojko kam im Jahr 1921 in Charkiw (Ukraine) auf die Welt. Sein Zivilberuf vor dem Einzug in die Rote Armee war Schlosser, er war russisch-orthodoxen Glaubens. Bereits am 30. Juni 1941, nur wenige Tage nach dem Beginn des Angriffs auf die Sowjetunion, geriet er in Berestowica (Weißrussland) in deutsche Kriegsgefangenschaft. Etwa einen Monat später, am 25. Juli 1941, kam er nach dem langen Transport von der Front im Stammlager VI C Bathorn, Zweiglager Dalum, an. Hier erfolgte die Registrierung in Form einer „Personalkarte I“ und Vergabe einer Erkennungsmarkennummer („34122“).

 

Ab dem 23. Oktober 1941 setzte die Wehrmacht ihn zur Zwangsarbeit im „Bau- und Arbeitsbataillon 126 Oberlangen“ ein. Es folgten zahlreiche Verlegungen in andere Lager des Wehrkreises VI. Ab dem 28. September 1943 wurde er zur Zwangsarbeit im Ruhr-Bergbau herangezogen. Nach einer Verletzung wies man ihn am 4. August 1944 in das Lagerlazarett des Stammlagers VI A Hemer ein. Von dort folgte am 23. September 1944 die Verlegung in das Stammlager VI K/326 in der Senne bei Bielefeld. Nur drei Tage später transportierte man Piotr Bojko in das Stammlager VI C Bathorn, Zweiglager Wietmarschen, das als „Sterbelager“ bekannt war. Hier verstarb er am 7. Dezember 1944.

 

Diese Biografie ist ein Teilergebnis eines Projektes der Gemeinde Geeste in Kooperation mit der Gedenkstätte Esterwegen. Wer Interesse daran hat, dieses Projekt zu unterstützen, melde sich gerne via eMail unter archiv@geeste.de. Es sind keine Vorkenntnisse notwendig; die Mitarbeit ist von zuhause aus über Internet und E-Mail-Kontakt möglich.

 


 

 

(Fotos v.o.n.u.: OBD Memorial, OBD Memorial, OBD Memorial)