Gutsgärtnerei Osterbrock erscheint bald in neuem Glanz

 

Lange ist die ehemalige Gutsgärtnerei des damaligen Gutes Geeste in Osterbrock unbewohnt geblieben. Seit gut einem Jahr wird das historische Gebäude nun wieder in Stand gesetzt und bereits jetzt kann man erkennen, welch ein schmuckes Gebäude es einst war und bald wieder sein wird. Der Sache angenommen haben sich Uwe und Florian Jaske aus Lingen. Mit viel Tatkraft und noch mehr Eigenleistung haben die Bauherren das Projekt begonnen und präsentierten vor Ort Geestes Bürgermeister Helmut Höke erste Ergebnisse.

 

Die 1906 erbaute Gutsgärtnerei stand beinahe 30 Jahre leer bevor sich Jaskes für dieses „Liebhaberprojekt“ entschieden haben. So verwundert es auch nicht, dass die Gutsgärtnerei im Internet als „Lost Place“ geführt wurde und so der ein oder andere „Besucher“ vorbeikam. „Vor einiger Zeit habe ich Lost Place Touristen aus Münster hier angetroffen“, verrät Florian Jaske. Das Interesse an dem alten Gebäude scheint groß zu sein. Dabei ist es nicht nur bei solchen Überraschungen geblieben: „Wir hatten den Eingangsbereich freigeräumt und am nächsten Tag sind Teile der Decke abgebröckelt, so dass die Tür nicht mehr geöffnet werden konnte“, berichtet Uwe Jaske. Dass es bei so einem alten Gebäude zu Überraschungen kommen kann bestätigt auch Architekt Jürgen Krieger: „Das ist keine Seltenheit und man rechnet auch schon damit. Aber es gibt Gebäude, die muss man lieben und dieses gehört dazu“, so Krieger, dem man die Liebe an diesem Projekt sofort anmerkt.

 
Ab 1907 entstand durch die Harpener Bergbau AG das landwirtschaftliche „Gut Geeste“ in Osterbrock. Wie fast alle landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland, so litt auch das Gut Geeste nach dem ersten Weltkrieg sehr unter dem wirtschaftlichen Druck. Unter diesen Umständen beabsichtigte die Harpener Bergbau AG des Öfteren einen Verkauf des Gutes. Vor Ort versuchte man zwar einen Verkauf zu verhindern, jedoch wurden einige Nebenbetriebe, wie Schlachthof, Wurstfabrik und auch die Gärtnerei mit Baumschule gänzlich stillgelegt. Die Alte Gutsgärtnerei wurde schließlich von dem seit 1911 tätigen Obergärtner Raether erworben, der diese zuvor bereits 18 Jahre lang geleitet hatte.

 

In Zukunft wird aus der Alten Gutsgärtnerei jedoch ein reines Wohnhaus mit drei Wohneinheiten. „Ich bin froh, dass die Alte Gutsgärtnerei wiederhergerichtet und anschließend genutzt wird“, zeigt sich Bürgermeister Helmut Höke glücklich über die positive Entwicklung des geschichtsträchtigen Gebäudes. Aber auch die Bauherren sind froh, dass alles so gut funktioniert hat und auch die Genehmigungen zur Sanierung des denkmalgeschützten Hauses problemlos erteilt wurden. „Für die Gemeinde Geeste ist dies ein Glücksfall und zugleich ein städtebauliches Highlight“, berichtet Höke.  

   


 

 

 

(Fotos v.o.n.u.: GG, GemA GST, GemA GST, GemA GST, GG, GG, GG)