Hohes Interesse am Vortrag über die Lager in Groß Hesepe und Dalum in der Ollen Bäckeräi

Heimatverein Geeste erfreut über Zuspruch

Rund 120 Zuhörer sind der Einladung des Heimatvereins Geeste e.V. am vergangenen Freitag gefolgt und hörten sich in der Ollen Bäckeräi in Groß Hesepe einen Vortrag von Martin Koers über die Lager in Groß Hesepe und Dalum an. Koers, Archivar der Gemeinde Geeste und Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte Esterwegen, stellte in einem reich bebilderten Vortrag das LEADER-geförderte Projekt „Eine Dokumentation zu den histori-schen Spuren der Lager Groß Hesepe und Dalum sowie des Lagerfriedhofes und der Kriegsgräberstätte Dalum“ vor.

 
Der Historiker hatte in den letzten Jahren intensiv zu der Lagergeschichte geforscht und stellte während des Vortrags erste Ergebnisse des Projektes vor. Parallel zu seinen Recherchen in zahlreichen Archiven in ganz Deutschland entstand eine Begleitausstellung zu den Inhalten der Dokumentation die ebenfalls vor Ort zu sehen war und einen Überblick zu den noch vorhandenen Spuren der Lager in Groß Hesepe und Dalum und des Lagerfriedhofes – Spuren in Form von Dokumenten und Bildmaterial aus Archiven, Sammlungen und Publikationen, Spuren aus der Erinnerung von Zeitzeugen, Spuren nicht zuletzt in baulicher Form, sichtbar an den ehemaligen Lagerstandorten und in überprägter Form auf der Kriegsgräberstätte Dalum bot. „Ziel des Projektes ist es zum einen, über die Geschichte der Lager zu informieren und auch die jüngeren Generationen zu erreichen, zum anderen, an den ehemaligen Lagerstandorten und dem Lagerfriedhof Erinnerungsorte zu entwickeln“, berichtet Koers.

 
Die Dokumentation im handlichen Broschüren-Format ist neben der Ausstellung jedoch nicht das einzige Ergebnis des Projekts. In Podolsk bei Moskau wurden zahlreiche Dokumente aus der Zeit von 1941 bis 1945 archiviert und digitalisiert, darunter Personalkarten zum Teil auch mit Fotos, Sterbefall-Anzeigen, Grablagenlisten, Verlustmeldungen und Krankenblätter von sowjetischen Kriegsgefangenen. Auch für die Kriegsgefangenenlager Groß Hesepe und Dalum und den Lagerfriedhof fanden sich umfangreiche Bestände, die es ermöglichen, „den Menschen ihren Namen, vielleicht sogar ihr Gesicht wiederzugeben“, so Koers und freute sich, dass sich nach seinem Vortrag Unterstützer für die Aufarbeitung gefunden haben.

 
Die Erfassung und Auswertung der genannten Dokumente wird sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Ehrenamtliche Helfer, die das Archiv bei dieser Arbeit unterstützen möchten, können sich gerne bei Martin Koers unter der Telefonnummer 05937/69294 oder per E-Mail an archiv@geeste.de melden.

  

 

 

(Fotos v.o.n.u.: k.A.)