Land Niedersachsen und Kommunen stellen Aktionsprogramm für mehr Insektenvielfalt vor

 

Für die Umsetzung von mehr Insektenschutz stellt das Land erneut zwölf Millionen Euro für die Arbeit in Verbänden, aber auch privaten Initiativen, zur Verfügung.

 

„Der Insektenschwund berührt viele Menschen. Etwas gegen ihn zu unternehmen, ist eine Aufgabe für uns alle“, so Umweltminister Olaf Lies. „Daher wollen wir auf den Flächen, die sich eignen und dem Land gehören, mit gutem Beispiel vorangehen. Immerhin machen diese etwa 100.000 Hektar, also rund zwei Prozent der Landesflächen, aus. Wenn wir die Lebensbedingungen der Insekten verbessern, hat das Auswirkungen auf die gesamte Nahrungskette – mehr Insekten heißt auch mehr Nahrung für Amphibien, Vögel und kleine Säugetiere“.

 

„Die Landkreise begleiten die Umsetzung des Niedersächsischen Weges eng und unterstützen auch das Aktionsprogramm für mehr Insektenvielfalt. Sie können beispielsweise über eine insektenschonendere Pflege des Straßenbegleitgrüns an Kreisstraßen einen wertvollen Beitrag zum Insektenschutz leisten. Diese sinnvollen Maßnahmen verursachen aber zusätzlichen Aufwand. Dafür könnte und sollte das Land jetzt Unterstützung gewähren“, so Prof. Dr. Hubert Meyer, Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistags.

 

Bürgermeister Helmut Höke ergänzt: „Auch auf den gemeindlichen Flächen besteht ein großes Potenzial für mehr Insektenschutz, welches bereits jetzt aktiv umgesetzt wird. So werden seit vielen Jahren Blühstreifen angelegt, verschiedene Flächen mit Frühlingszwiebeln bepflanzt oder Straßenbeleuchtungen auf LED umgerüstet. Denn die Wahl des Leuchtmittels bestimmt die Anziehungskraft der Lichtquelle auf Insekten“, kann Höke berichten. Und tatsächlich zeigen verschiedene Studien, dass Straßenbeleuchtungen mit LED offenbar weniger Insekten anlocken, da der Ultraviolette- und Blauanteil im Lichtspektrum geringer ist. Zudem beteiligt sich die Gemeinde Geeste an der Initiative „Rettet den Vorgarten“ des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V., ein entsprechender Informationsflyer liegt auch im Rathaus zur Mitnahme aus. Ferner werden bei der Festsetzung von Bebauungsplänen und bei der Regelung von Kauf-verträgen auf eine naturfreundliche Gestaltung der Gärten geachtet. "In der Gemeinde kommen zudem weder Biozide, Herbizide noch Insektizide zum Einsatz", erklärt Höke und weist darauf hin, dass zum Beispiel der Eichenprozessionsspinner durch Absaugen bekämpft wird. 

 

Das „Aktionsprogramm Insektenvielfalt Niedersachsen“ ist eine programmatisch fundierte Grundlage mit Handlungsmöglichkeiten, Maßnahmen und Fördermöglichkeiten, die sich an Kommunen, aber auch an Bürgerinnen und Bürger richtet. Der Leitfaden benennt in sechs Bereichen konkrete Handlungsziele und insgesamt 103 Umsetzungsmaßnahmen zu Schutz, Entwicklung und Förderung der Insektenvielfalt. Die Maßnahmen sind kurz-, mittel- und langfristig angelegt.

 

Für 2021 ist geplant, weitere Akteurinnen und Akteure einzubinden und das Aktionsprogramm auch im Sinne eines Förderwegweisers weiterzuentwickeln. „Aber auch jeder Einzelne kann etwas machen. Gerade im privaten Umfeld könne mit einem natürlich wachsenden Garten oder einem Wildblumenkasten jeder ein Zuhause für Insekten schaffen,“ sagt Höke. „Und die beste Zeit, damit anzufangen, ist jetzt!“

 

 

 

(Fotos v.o.n.u.: Fotolia(c)Jürgen Fälchle)