Rettet den Vorgarten – Gemeinde Geeste unterstützt Initiative des Bundesverbandes für garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V.

 

Bereits im Oktober 2018 hat die Gemeinde Geeste unter dem Motto „Entsteint euch“ dazu aufgerufen, die gemeindeeigenen Pflanzbeete, die in den vergangenen Jahren zu Steinbeeten umgenutzt wurden, zurückzubauen. Doch auch für die privaten Vorgärten regt die Gemeinde zum Umdenken an und verweist auf die Initiative „Rettet den Vorgarten“.

 

Mit seiner Initiative „Rettet den Vorgarten“ ist der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V. seit gut zwei Jahren engagiert unterwegs, um sich für begrünte, artenreiche Vorgärten stark zu machen. Startschuss für die Initiative war eine repräsentative Marktforschung der GfK, die die Motive für die unterschiedliche Vorgartengestaltung mit Steinen und Schotter oder mit einer vielseitigen Bepflanzung untersuchte. Das Ziel: mit guten Argumenten der Versteinerung und Versiegelung von Vorgärten entschieden entgegen zu wirken.

  

Die GfK-Marktforschung hatte als das Hauptmotiv für die Anlage von Schotter- und Kiesgärten die Erwartung von geringem Pflegeaufwand herausgestellt. In Fachkreisen ist längst bekannt, dass das Gegenteil der Fall ist. Vor hohem Pflegeaufwand warnt auch die Natur- und Umweltschutzakademie NRW. „Organisches Material wie Pollen, Blüten, Sande, Samen und Blätter fallen zwischen die Steine und verrotten. Es bildet sich eine Humusschicht und erste Wildkräuter keimen. Algen, Moose und Flechten siedeln sich an. Eine Verfärbung tritt ein. Der Garten wird unansehnlich“, so die Akademie. „Der Einsatz von Herbiziden ist verboten, und wer zum Abflämmgerät greift, zerstört die Folie unter den Steinen.“

 

Neben der Durchführung von Journalistenwettbewerben 2017 und 2018 wurde schon im Frühjahr 2017 die Facebookseite „Rettet den Vorgarten“ gestartet, die inzwischen eine immer lauter werdende Diskussion widerspiegelt. Vogelschützer, Insektenfreunde, Naturliebhaber, Klimaspezialisten, Stadtplaner, aber auch Kommunalverantwortliche, Gartenarchitekten und Landschaftsgärtner nehmen aktiv an dieser inhaltlichen Auseinandersetzung teil.

 

Für Bewohner, Nachbarn und Spaziergänger wirkt eine Straße mit begrünten Vorgärten sympathisch, freundlich, friedlich. Das Mikroklima in diesen Straßen wird durch die Begrünung positiv beeinflusst. Regenwasser versickert nicht so schnell und im Sommer sorgt die Verdunstungskälte für frischere Luft und angenehmere Nächte. Während sich die steinreichen Vorgärten tagsüber stark aufheizen und noch nachts Wärme abstrahlen, wirken die Beschattung und der Bewuchs von bepflanzten Gärten kühlend. Außerdem sorgen pflanzenreiche Vorgärten das ganze Jahr über für Abwechslung im Straßenbild, vom zeitigen Frühjahr mit den ersten Zwiebelblumen, den blühenden Hausbäumen im Mai, Rosen und Stauden im Sommer und schließlich mit der Färbung der Laubgehölze im Herbst.

  

Darum unterstützt die Gemeinde Geeste die Initiative „Rettet den Vorgarten“ und verweist auf die Wirtschaft vor Ort. Die regionalen Fachunternehmen für Garten und Landschaft gestalten die Vorgärten als grünen und blühenden Willkommensgruß oder helfen bei der Auswahl der passenden Pflanzen für einen blühenden Ort der Begegnung. Eine Informationsbroschüre erläutert die Vorteile naturnaher Gärten. Darüber hinaus steht bei der Gemeinde Geeste Petra Jansing als Ansprechpartnerin unter der Handynummer 0151 54427864 für Fragen zur Verfügung. Und auch der NABU gibt auf seiner Internetseite hilfreiche Tipps und Hinweise, die unter https://www.nabu-emsland.de/naturschutz/natur-im-garten/ eingesehen werden können.

 

 

(Fotos v.o.n.u.: Kräuterhof Rosen)