Schlossführung mit Emojis und Fächern

Ferienpassaktion Schloss Clemenswerth

 

Am 23. Juli hat die Ferienpassaktion „Schloss Clemenswerth: Von Emojis und Fächern – Schlossführung für Kinder“ stattgefunden. Dabei haben die anwesenden Kinder nicht nur allgemein etwas über das Jagdschloss gelernt, sondern auch etwas über die Geheimsprache der damaligen Zeit. Während der Führung wurden verschiedene Pavillons und auch das Hauptschloss gezeigt.

 

In den Jahren 1737 bis 1747 ließ sich Kurfürst Clemens August von seinem Architekten Johann Conrad Schlaun das Jagdschloss erbauen. Nun konnten die Kinder dort etwas über das damalige Leben des Kurfürsten und seiner Gäste lernen. Bevor die Führung allerdings richtig losgehen konnte, gab es eine Vorstellungsrunde und auch Namensschilder für die ganze Gruppe. Startpunkt der Führung war dann der Pavillon Clemens August.

 

Der Pavillon Osnabrück war der nächste Halt und dort haben die Kinder von dem unterirdischen Gang zwischen dem Pavillon Osnabrück und Paderborn erfahren. Der Pavillon Paderborn mit seinem Anbau beherbergte die kurfürstliche Küche. Der unterirdische Gang wurde damals genutzt, um bei der Jagd erlegte Tiere in die Schlossküche zu bringen. Einen Einblick in die Schlossküche bekamen die Kinder auch. Von den ursprünglich drei großen Küchenräumen blieb die ehemalige Wildbretküche mit ihrem hohen Gewölbe, zwei Rauchabzügen und dem alten Herdblock erhalten. Die Gruppe konnte außerdem über verschiedene Arten von Tischgedeck staunen. Das Tischgedeck war besonders, da es zum Beispiel die Form eines Wildschweinkopfes oder die von einem Salatkopf hatte. Auch die Redewendung „Einen Zahn zulegen“ wurde an dieser Stelle erklärt. Damals kochten die Menschen noch in großen Töpfen über offenem Feuer. Die Töpfe hingen dabei von der Decke und waren am Metallstreifen mit vielen Zacken befestigt. Wenn man den Topf einen Zacken nach unten hing wurde das Essen schneller fertig. Deshalb benutzt man heute noch diese Redewendung, wenn etwas schneller gehen soll.

 

Nächster Halt der Führung war dann das Hauptschloss, das Herzstück der Schlossanlage. Im Schloss konnten die Kinder über den Rundsaal staunen. In diesem feierte der Kurfürst mit maximal zwanzig seiner Besucher und dabei wurden vor allem auch Geldspiele mit Gold durchgeführt. Die Architektur des Hauptschlosses ist etwas ganz besonderes, da man vom Inneren keinen der Gast-Pavillons sehen kann. So konnte man auch von den außenstehenden Pavillons nicht in das Hauptschloss blicken.

 

In dem Rundsaal waren außerdem die Kleidung der damaligen Leute zu sehen. Aber nicht nur wie sich die Menschen damals angezogen haben, sondern auch wie sie sich verhalten haben wurde an dieser Stelle erklärt. Bei Tänzen oder Veranstaltungen konnte man sich zum Beispiel nicht offensichtlich zum Tanz auffordern. Deshalb entwickelten die Menschen damals eine Geheimsprache, die nur Eingeweihte verstanden. Dazu wurden Fächer genutzt und verschiedene Bewegungen mit diesen hatten dabei bestimmte Bedeutungen. Heute kann man, um sich unbemerkt auszutauschen, einfach Emojis verschicken. Nach dieser Schlossführung wissen die Kinder nicht nur mehr über das Leben des Kurfürsten, sondern können sich auch untereinander in Geheimsprache austauschen.

 

 

 


 

 

(Fotos v.o.n.u.: Kim Jacobi, Kim Jacobi, Kim Jacobi, Kim Jacobi, Kim Jacobi)