Trauriger Trend zum Steingarten

 

In den letzten Jahren etablierte sich langsam aber sicher dieser neue „Trend“: Beete mit Schotter- und Kiesabdeckung in privaten Vorgärten und auf Friedhöfen. Hierbei werden große Mengen an Schotter und Kies in „Pflanz“-Flächen geschüttet. Pflanzen selbst kommen in solchen Konzepten nur vereinzelt als Dekoration vor und werden häufig nicht standortgerecht verwendet. Die Bedeutung der Pflanzen und der Artenvielfalt geht so weiter zurück. Gerade Privatgärten bieten Vögeln wichtige Nahrungsquellen, Brut- und Unterschlupfmöglichkeiten. Durch die Anlegung von Steingärten finden auch Bienen und Insekten keine Nahrung mehr. Hinzu kommt das unerwünschte Aufheizen des Kleinklimas in der Nacht, aufgrund der tagsüber aufgenommenen Wärme der Steine. Zudem verhindert die fehlende Sauerstoffproduktion durch die fehlende üppige Bepflanzung, dass Feinstaub gebunden werden kann.

 

Die Botschaft der Gemeinde an alle Gartenliebhaber lautet daher: „Entsteint Euch“ und setzt wieder Pflanzen in den Garten, denn in einen Garten gehören möglichst viele verschiedene Stauden, Sträucher, Bäume, Gemüse-, Obst- und Zierpflanzen. Das schafft einen immensen Reichtum an Sorten, Arten, Formen, Farben, Blüten und Düften, für Sie und die Insekten.

 

Inzwischen wurden aber nicht nur die Privatgärten, sondern auch viele der gemeindeeigenen Pflanzbeete in den Baugebieten zu Steingärten umgenutzt. Aufgrund der negativen Auswirkungen auf das Klima und die Artenvielfalt sollen die seinerzeit als Pflanzbeete angelegten Parzellen auch als solche genutzt werden. Die Anlieger, die in den vergangenen Jahren die Pflanzbeete mit Schotter und Kies umgestaltet haben, werden gebeten, diese bis zum Ende des Jahres wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Sollte dem nicht nachgekommen werden, wird unter Verweis auf die seinerzeit geschlossenen Kaufverträge ein Rückbau seitens der Gemeinde auf Kosten der entsprechenden Anlieger erfolgen.

 

 

(Fotos v.o.n.u.: GG)