Wanderausstellung #StolenMemory in Dalum auf dem Rathausplatz

Eröffnung am 23. September um 18 Uhr

Ab dem 23. September ist auf dem Rathausplatz in Dalum die Wanderausstellung „#StolenMemory“ der Arolsen Archives zu sehen. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Schicksale von zehn KZ-Häftlingen aus verschiedenen europäischen Ländern, deren persönliche Gegenstände Teil der Sammlung der Arolsen Archives sind. Einige dieser Erinnerungsstücke konnten bereits an die Familien der Verfolgten zurückgeben werden; in den anderen Fällen werden die Angehörigen noch gesucht. Die Ausstellung lädt das Publikum ein, selbst auf Spurensuche zu gehen und die von den Nazis gestohlenen Erinnerungsstücke zurückzugeben.

 

Die Ausstellung im Übersee-Container wird durch die Maßnahme „Kultur im ländlichen Raum“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert und ist deshalb an vielen Standorten mit weniger als 20.000 Einwohnern zu Besuch. Begleitet wird die Wanderausstellung durch eine speziell für Jugendliche entwickelte Website mit animierten Filmen, Webstories, Interviews und pädagogischen Begleitmaterialien. Im Juni 2021 zeichnete die Jury des Grimme Online Awards die #StolenMemory-Website in der Kategorie „Bildung und Wissen“ aus. Außerdem können Besucher mit der #StolenMemory-App beim Ausstellungsbesuch Videoportraits von Angehörigen ansehen, die über die Bedeutung der Rückgaben sprechen.

 
Der Ausstellungsort Dalum ist bewusst gewählt. Von November 1944 bis Kriegsende 1945 diente das vormalige Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht ("Lager XII Dalum") als Außenlager des KZ Neuengamme, zunächst für mehr als 1.000 zivile Zwangsarbeiter aus Rotterdam, dann für Neuengammer KZ-Häftlinge - überwiegend Widerstandskämpfer aus Skandinavien, insbesondere aus Dänemark, zudem Niederländer aus Putten. Die harten Arbeits- und Lebensbedingungen - körperliche Schwerstarbeit an sieben Tagen in der Woche, für je zwölf Stunden, unzureichende Unterbringung, Ernährung, Kleidung, willkürliche Übergriffe der Wachmannschaften - führten in den Wintermonaten 1944/45 zu mehr als 90 Todesfällen in Dalum. Weitere 20 bis 25 Dalumer KZ-Häftlinge kamen während der Evakuierungsmärsche und -transporte Ende März 1945 ums Leben.

 

Die Ausstellung ist für zwei Wochen auf dem Rathausplatz in Dalum während der Öffnungszeiten des Rathauses zu besichtigen.

 

 

(Fotos v.o.n.u.: arolsen-archives)