Ausstellung präsentiert archäologische Schätze aus der Gemeinde Geeste
Eine neue Ausstellung im Rathaus der Gemeinde Geeste in Dalum widmet sich den archäologischen Funden aus dem Gemeindegebiet und vermittelt spannende Einblicke in die Besiedlungsgeschichte der Region von der Jungsteinzeit bis in die Neuzeit. Noch bis Ende Dezember sind einige Fundstücke im Foyer des Rathauses zu sehen. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem mehrere hervorragend erhaltene Silbermünzen aus der Zeit zwischen 1590 und 1650, die von den beiden Hobbyarchäologen Maximilian Karrasch und Stefan Haupt entdeckt wurden.
Anlass für die Ausstellung war ein besonderer Münzfund der beiden Geester, die seit mehreren Jahren als Metallsondengänger aktiv sind. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten konnten sie neben zahlreichen weiteren Funden mehrere gut erhaltene Silbermünzen aus dem späten 16. und frühen 17. Jahrhundert entdecken. Gemeinsam mit weiteren Fundstücken aus unterschiedlichen Epochen werden die Münzen nun im Rathaus präsentiert. Die Exponate machen die lange Besiedlungs- und Nutzungsgeschichte des heutigen Gemeindegebietes sichtbar und geben zugleich Einblicke in die Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse vergangener Zeiten.
Eröffnet wurde die Ausstellung im Rahmen einer kleinen Feierstunde. Bürgermeister Helmut Höke begrüßte die Gäste und zeigte sich erfreut darüber, dass die archäologischen Funde nun auch im Rathaus präsentiert werden können. „Als Geschichtsinteressierter besuche ich gerne historische Ausstellungen in der Region. Umso mehr freue ich mich, dass wir den Fundstücken aus der Gemeinde Geeste und den begleitenden Infotafeln einen würdigen Rahmen geben. So machen wir ein Stück unserer örtlichen Geschichte sichtbar und erlebbar“, so Höke.
Konzipiert wurde die Ausstellung von Maximilian Karrasch und Stefan Haupt gemeinsam mit Gemeindearchivar Dr. Martin Koers. Für Koers ist die Präsentation etwas Besonderes: „Wir hatten in Geeste über die Jahre bereits verschiedene Ausstellungen zu historischen Themen. Eine archäologische Ausstellung in dieser Form ist jedoch eine Premiere.“ Die Ausstellung zeigt neben den aktuellen Funden auch weitere historische Stücke mit Bezug zur Gemeinde und ihrer Umgebung. Dazu gehört beispielsweise eine Krippenfigur, die von der Familie Baalmann aus Groß Hesepe für die Präsentation zur Verfügung gestellt wurde.
Stefan Haupt, der seit rund zehn Jahren als Hobbysondengänger aktiv ist, berichtet, dass die Idee für eine Ausstellung vor etwa einem Jahr entstanden sei. „Am Anfang stand die Idee, einige unserer Fundstücke zu zeigen. Nach und nach nahm die Ausstellung Gestalt an und wuchs über unsere ursprünglichen Vorstellungen hinaus. Umso größer ist unsere Freude darüber, wie umfangreich sie heute geworden ist.“, erklärt Haupt. Gleichzeitig betont er, dass die Suche mit einem Metalldetektor nicht ohne entsprechende Voraussetzungen möglich sei. Sondengänger müssten verschiedene Lehrgänge absolvieren und erforderliche Genehmigungen einholen, unter anderem bei der zuständigen Denkmalschutzbehörde des Landkreises Emsland und bei den Eigentümern der jeweiligen Flächen.
Die Zusammenarbeit und der Austausch unter den Sondengängern hätten sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. „Wir haben mittlerweile ein großes Netzwerk unter den Sondengängern“, berichtet Maximilian Karrasch. Dabei gehe es den beiden nicht nur darum, selbst interessante Funde zu machen, sondern insbesondere darum, diese für die Allgemeinheit und die Forschung zugänglich zu machen. „Uns ist es wichtig, die Funde zur Verfügung zu stellen. Die ganz besonderen Funde gehen zum Beispiel ins Museum – da gehören sie hin“, macht Karrasch deutlich.
Interessierte können die Ausstellung noch bis Ende Dezember während der Öffnungszeiten des Rathauses im Foyer des Rathauses in Geeste-Dalum besichtigen. Weitere Informationen zur Gemeinde Geeste gibt es unter www.geeste.de.
Passend zur aktuellen Ausstellung im Rathaus lädt die Gemeinde zu einer rund 30 Kilometer langen geführten Radtour „Archäologische Schätze aus der Gemeinde Geeste“ ein. Nach einem kurzen Einblick in die aktuelle Ausstellung im Rathaus führt die Route zu archäologischen Fundstellen über Dalum, den Speichersee Geeste und das Biotop bis nach Meppen. Dort erwartet die Teilnehmenden eine Führung durch das Emsland Archäologie Museum, bevor die Tour bei Kaffee und Kuchen im Café Koppelschleuse ausklingt und anschließend über Helte und Klein Hesepe zurück nach Geeste führt. Die Teilnahme kostet 20 Euro inklusive Museumsführung sowie Kaffee und Kuchen. Die Teilnehmerzahl ist auf zwölf Personen begrenzt; Anmeldung online unter www.geeste.de.